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@René P.
Leserbriefe-Neustadt

Erhöhung der Hundesteuer? – Das sagt ein Betroffener!

Neustadt – Ein Hundesteuer-pflichtiger Halter zahlt offiziell 72 Euro ein pro Jahr und Tier – Nach Vorschlag der Verwaltung sollen es in Zukunft sogar 120 Euro sein.

Somit fallen für jedes Zweittier, anstelle der bisherigen 111 ganze 156 Euro und für jeden weiteren Hund sogar 192 Euro an. Diese Erhöhung der Hundesteuer tritt allerdings nur dann in Kraft, wenn der Rat der Stadt zustimmt.

Hundebesitzer Rene P. aus Garbsen hat sich zu diesem Thema mal ein paar Gedanken gemacht und möchte einen offenen Brief an die Zuständigen richten. Er schreibt:

„Sehr geehrte Ratsfrauen, Ratsherren, Hauptverwaltungsbeamtinnen und Hauptverwaltungsbeamte.

1. Ja, 99,99% aller Hundehalter (weibliche Form inbegriffen) haben sich freiwillig zur Hundehaltung entschieden.

2. Ja, jede Gemeinde sollte über ein Kontrollinstrument verfügen, um die Hundepopulation in ihrem Gebiet beeinflussen zu können.

3. Ja, die Hundesteuer ist eine Aufwandssteuer und somit haben die Hundehalter keinerlei rechtliche Ansprüche auf eine Gegenleistung der erbrachten Steuern.

4. Ja, es gibt eine Dunkelziffer von nicht angemeldeten Hunden.

5. Ja, es gibt Hundehalter, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht beseitigen.

Da Geld ein entscheidender Faktor für das Handeln der Gremien ist, beginnen wir mit folgenden Argumenten.

1. Die Hundesteuer ist eine nicht unwesentliche Einnahmequelle für die Gemeinden.

2. In Niedersachsen wird zusätzlich noch der kostenpflichtige Eintrag in das Nds. Hunderegister verlangt, ohne dass dafür eine Gegenleistung erfolgt. Also eine weitere Einnahmequelle.

3. Ohne Hundehalter würden: Zoofachgeschäfte, Tierärzte, Hundeschulen, Hundesalons, Tierpensionen, Versicherungen und einige weitere Branchen, massive Gewinneinbußen haben, was wiederrum zu geringeren Steuereinnahmen der Gemeinden führen würde.

Des Weiteren sollte jedem klar sein, dass man bisherige Hundesteuerhinterzieher nicht dadurch erreicht, dass man die Steuer erhöht. Damit trifft man nur diejenigen die bereits zahlen. Zusätzlich wird ein weiteres Hemmnis für alle bisherigen „Schwarzhalter“ geschaffen, ihren Hund zu melden. Hunde sind, genauso wie andere Tiere, eine Bereicherung für sehr viele Menschen. Abgesehen von speziellen Therapie- und Begleithunden, sind die normalen Haushunde, für die meisten Halter so etwas wie ein Familienmitglied. Kinder lernen durch sie Respekt vor anderen Lebewesen. Für ältere Menschen, sind Hunde oft die einzigen Wegbegleiter. Hundehalter blühen durch die Liebe ihres Tieres auf und sorgen sich um sie wenn sie krank sind. Als Hundehalter erwartet man nicht viel von seiner Gemeinde. Man findet sich damit ab, dass Menschen die Nase rümpfen, wenn der Hund sein Geschäft verrichtet. Auch wenn es dieselben Menschen sind, die einen Augenblick später ihren Müll auf die Straße werfen. Man findet sich damit ab, dass es kaum grüne Auslaufflächen in der Stadt gibt, auch wenn die Hundesteuer zur Mitfinanzierung von Autoparkflächen verwendet wird, die anschließend dafür sorgen, dass die Feinstaubbelastung in Wohngebieten ansteigt. Wir müssen unsere Tiere vor Giftködern, Nagelfallen und sogar vor Dieben beschützen. Wir nehmen es in Kauf, dass wir mit unseren Hunden nicht in jedes Geschäft dürfen.

Ausnahmen mag es überall geben. Doch die Ausnahme ist nicht die Regel. Denken Sie darüber nach, wie Ihre Gemeinde ohne Hunde aussehen würde. Ohne Hundesteuereinnahmen, doch dafür mit wirtschaftlichen Einbußen. Hundehalter verlangen nicht viel von ihrer Gemeinde. Doch eine Sache ist unabkömmlich. Anerkennung. Hunde sind eine Bereicherung für ein gesundes Stadtbild. Genauso wie es Grünflächen, Kinder, Kulturvielfalt und Sehenswürdigkeiten sind. Erkennen Sie das an und sehen Sie davon ab uns wie ein bloßes Mittel zur Einnahmegenerierung zu behandeln.

Mit freundlichen Grüßen, René P.“

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NCN/bu

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